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Hallo und guten Tag!

Sommerzeit ist Lesezeit - da soll der Sommer-Newsletter mit unseren Lieblingsbüchern natürlich nicht fehlen: lauter tolle Neuerscheinungen, die unsere Herzen erobert haben und die Euch begeistern werden.

Wie immer liegt der Newsletter auch gedruckt als Leporello bei uns im Geschäft aus. Wir sind gespannt darauf, was Ihr zu unserer Auswahl sagt, und wünschen Euch ganz viel Freude beim Lesen!

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Ktaadn von Henry David Thoreau. Übersetzt von Alexander Pechmann. Jung und Jung, € 20,00


 

Henry David Thoreau (1817-1862) ist einer der berühmtesten amerikanischen Philosophen des 19. Jahrhunderts. In seinem bekanntesten Buch „Walden oder Leben in den Wäldern“ beschreibt er, wie er zwei Jahre lang an einem See im Wald von Concord gelebt und sich selbst versorgt hat. Er wollte sich von allen Forderungen und Erwartungen der Gesellschaft frei machen und der Natur nahe sein. Während dieser Zeit, Ende des Sommers 1846, unternahm Thoreau eine längere Wanderung zu dem zweithöchsten Berg Neuenglands, Mount Ktaadn. Die Reise von Concord ins Hinterland von Maine beschreibt Thoreau in seinem nach dem Berg benannten Buch „Ktaadn“. Thoreaus Liebe zur Natur ist in diesem Reisebericht in jedem Satz zu spüren. Er beschreibt die Rinde der Bäume in dem wilden, unberührten Wald, die Stromschnellen auf dem reißenden Fluss, die Geräusche der Tiere in der Nacht und den Sternhimmel, zu dem er von seinem Nachtlager aufsieht.

Diese wunderschönen Beschreibungen und die liebevolle Sprache machen den Reiz von „Ktaadn“ aus. Es ist kein Abenteuerbericht, das muss dem Leser bewusst sein. Aber dieses Buch verströmt den Duft des Waldes und die kühle Gischt des Flusses. Der Essay über Thoreau, den sein Freund Ralph Waldo Emerson 1862 für Thoreaus Beerdigung schrieb, und der im hinteren Teil der im Verlag Jung und Jung erschienenen Ausgabe abgedruckt ist, sollte als erstes gelesen werden. Dieser Essay erzählt so viel über Thoreaus Persönlichkeit, dass man seine Naturbeschreibungen und den feinen Humor in seinen Worten hinterher noch besser verstehen kann.

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Betrunkene Bäume von Ada Dorian. Ullstein, € 18,00


Ada Dorians Roman war in diesem Jahr für den Ingeborg Bachmann-Preis nominiert. Sie schildert hier auf sehr einfühlsame Weise die Freundschaft zwischen Erich, einem über achtzigjährigen emeritierten Wissenschaftler, der immer mehr an Unabhängigkeit verliert, und der jungen Katharina, die von zuhause weggelaufen und auf der Suche nach ihrem Platz im Leben ist.

Erich arbeitet noch immer im Dienst der Wissenschaft, er versucht, die Ursache des in Sibirien auftretenden Phänomens der „Betrunkenen Bäume“ zu erklären: Bäume, die durch das Schmelzen des Permafrostbodens in Schieflage geraten sind. All sein Wissen hat Erich dem Fremdenführer Wolodja zu verdanken, der ihn in jungen Jahren einst durch die Taiga begleitete und seine Liebe zu den Bäumen weckte. In seinem Schlafzimmer züchtet und pflegt Erich einen kleinen Wald. Katharina vermisst ihren Vater. Er ist wegen seiner Arbeit nach Russland gegangen und sie erhofft sich, durch Erich Näheres über seinen genauen Aufenthaltsort zu erfahren. Auf sehr besondere, wundervolle Art gelingt es Ada Dorian hier, die Schicksale zweier Entwurzelter miteinander zu verbinden.

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Ein Festtag von Graham Swift. Übersetzt von Susanne Höbel. dtv, € 18,00

 
Was macht uns zu den Menschen, die wir sind? Wie werden wir die, die wir sein sollen? Worte können Türen öffnen. Im Fall von Jane, einer jungen Frau im England der 20er Jahre, ist das der Satz „Aber natürlich darfst du das, Jane.“ Das, was sie fortan darf, das ist Lesen. Sie darf sich Bücher aus der Bibliothek des Herrenhauses, in dem sie als Dienstmädchen arbeitet, ausleihen und das, was sie auswählt, das sind Jungenbücher. Abenteuerbücher von Piraten und Rittern in schimmernder Rüstung, von vergrabenen Schätzen und Segelschiffen. Keine Detektivgeschichten, denn das Leben ist ihr rätselhaft genug. Sie ist hungrig nach Sprache und sammelt Worte. Neue Worte, die sie leise vor sich hinspricht und an denen sie herumzieht, sie dehnt und streckt, manchmal zerrt, bis sie zu ihr passen. Der Tag, an dem aus diesem jungen Mädchen die Schriftstellerin Jane Fairchild wird, ist ein ungewöhnlich warmer Frühlingstag im März 1924. Es ist der Tag, an dem sie nackt in einem fremden Haus umhergeht, nackt, wie ein leeres Blatt Papier. Der Tag, an dem sie liebt und verlassen wird. Ein Festtag, und alle Türen stehen offen.
 

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A modern way to cook von Anna Jones. Mosaik, € 22,00


 

Sich für gute Literatur zu begeistern ist nur möglich, wenn wir uns öffnen und empfänglich machen - auch für Situationen und Dinge, die außerhalb unseres gewohnten Blickfeldes sind. Um diese Vermittlung und Erweiterung unseres Horizonts in einer feinen und poetischen Sprache geht es bei guter Literatur. Vielleicht können wir Sie, als Liebhaber dieser Qualitäten, für ein Kochbuch begeistern, dass Ihnen die Möglichkeit gibt, fantastisches Essen zuzubereiten, ohne Leid zu verursachen. So können Sie Tiere am Leben lassen, die Umwelt massiv entlasten und dem Körper Nahrung geben, die glücklich macht.

Dieses großartige Kochbuch hat wohlüberlegte Rezepte, die einfach umzusetzen und nach Zeitaufwand geordnet sind. Keine exotischen Zutaten sind nötig, um in den Genuss einer köstlichen Mahlzeit zu kommen. Dieses Buch hat eine wunderschöne Ausstattung, sehr appetitmachende Fotos und ist ganz konsequent auf vollkommen biologisch abbaubarem “Apfelpapier“ gedruckt. Zu den meisten Rezepten gibt es vegane und glutenfreie Alternativen – einem hemmungslosen Genuss steht also nichts mehr im Weg!

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Das weiße Leintuch von Antanas Škėma. Übersetzt von Claudia Sinnig. Guggolz, € 21,00

Antanas Garšva, das Alter Ego des litauischen Schriftstellers Antanas Škėma (1910-61), ist aus seiner Heimat geflohen, als die Sowjets zum zweiten Mal Litauen besetzten. Ein paar Jahre verbrachte er in einem Lager für „Displaced Persons“, seit Anfang der Fünfziger lebte er in New York und arbeitete dort als ‚Liftboy’ in einem großen Hotel. In seinem autobiografischen Roman verarbeitet Škėma Erinnerungen an Kindheit und Jugend, an sein Studium in Kaunas und Vilnius, an seine ersten literarischen Arbeiten – und immer drückt sich dabei die tiefgreifende Sehnsucht des Flüchtlings nach Heimat aus. Erfolglos als Dichter und todkrank, trennt er sich schließlich von seiner Geliebten Elena.

Die große sprachliche Vielfalt macht die Lektüre dieser „Aufzeichnungen“ zu einem herausragenden Leseerlebnis. Man versteht, warum Škėma mit Camus verglichen wird. Zwischen hoch emotionalen, so sarkastischen wie poetischen Sätzen und in knappen Dialogen bewegt sich der Text wie das Auf und Ab der Fahrstühle, die sein Erzähler bedient. Ein Auf und Ab, das zugleich symbolisch für die wechselhafte Geschichte Litauens im 20. Jahrhundert gelesen werden kann. Ein Glücksfall für uns, dass der Guggolz Verlag Škėmas literarischen Text in einer adäquaten Übersetzung vorgelegt hat!

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Schlafen werden wir später von Zsuzsa Bánk. S. Fischer, € 24,00

 

„Schlafen werden wir später“ von Zsuzsa Bánk ist ein sehr bewegender, poetischer Briefroman über die komplett unterschiedlichen Lebensentwürfe zweier Freundinnen.

Johanna ist Lehrerin, sie lebt allein, ohne Kinder, es hat sie in den idyllischen Schwarzwald verschlagen. Ihre Freundin Márta ist Schriftstellerin, wohnt mit ihrem Mann und drei Kindern in Frankfurt am Main. Der Mailverkehr, den sie über einen Zeitraum von drei Jahren miteinander führen, offenbart: Beide fühlen sich von ihrem Alltag zunehmend überfordert und sehnen sich nach der Lebenswelt der jeweils anderen – Márta sucht die Unabhängigkeit, Johanna die Geborgenheit. In einer wunderbaren Sprache schreibt Zsuzsa Bánk über die Schicksale zweier Frauen, die einfach nicht zur Ruhe kommen; denn, so versichern die Freundinnen sich gegenseitig immer wieder: “Schlafen werden wir später“.

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Fast eine Familie von Bill Clegg. Übersetzt von Adelheid Zöfel. S. Fischer, € 22,00

In der amerikanischen Provinz von Connecticut findet das eigentliche Leben an den Wochenenden statt, wenn die reichen New Yorker ihre hübschen Zweitwohnsitze zum Entspannen nutzen. Die Bewohner von Wells sehen dies zwiespältig, sichern die ungeliebten Gäste doch die letzten verbliebenen Jobs. Als die über 50jährige June Reid eines Tages nicht nach New York zu ihrer Familie zurückkehrt und zudem wenig später der deutlich jüngere Schwarze Luke bei ihr einzieht, gerät das soziale Gefüge des Städtchens gehörig durcheinander. June scheint glücklich, bis unmittelbar vor der Hochzeit ihrer Tochter Lolly, die in Wells stattfinden soll, das schöne Haus direkt vor ihren Augen in Flammen aufgeht und die gesamte Familie umkommt. Taub vor Schmerz flieht June in ein Motelzimmer an der Westküste.

In dieser ausweglosen Situation schafft Bill Clegg etwas, was bisher wenigen Autoren gelungen ist. Mithilfe verschiedener Charaktere und deren Blickwinkeln setzt er Stück für Stück ein Mosaik des Mitgefühls zusammen und vermittelt bei aller Tragik der Situation letztlich einen Optimismus, der sich ganz langsam June an der Westküste nähert...

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Die vielen Namen der Liebe von Kim Thúy. Übersetzt von Andrea Alvermann & Brigitte Große. Kunstmann, € 18,00

 

Kim Thúy schreibt zarte, besondere Geschichten, die wie beiläufig das Menschsein von allen Seiten ergründen und dabei voll melancholischer Traurigkeit und gleichzeitig berührender Schönheit sind. In „Die vielen Namen der Liebe“ lebt die junge Vi, wörtlich übersetzt „die winzige Kostbarkeit“, zwischen den Welten. Das Vietnam ihrer Kindheit, das Flüchtlingslager in Malaysia, die neue Heimat in Kanada und schließlich das Vietnam der Gegenwart sind Schauplätze ihrer Suche nach der eigenen Identität, der Liebe und dem Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Den von ihrer Mutter abgöttisch geliebten Vater lässt die Familie in Saigon zurück, um dem Chaos des kommunistischen Vietnams und der drohenden Wehrpflicht für Vis drei Brüder zu entkommen. Ein neues Leben beginnt für die einst wohlhabende Familie in Kanada, wo sie sich zwischen Traditionen und Anpassung zurechtzufinden versuchen.

Thúy vermag es, auf wenigen Seiten einen lebendigen Kosmos mit enormer Anziehungskraft zu erschaffen. Dabei ist die Sprache Dreh- und Angelpunkt ihres Universums. Wunderbar übersetzt von Brigitte Große und Andrea Alvermann lädt dieser Roman alle Leser zu einem ruhigen, aufwühlenden und besonderen Abenteuer ein.

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Sie kam aus Mariupol von Natascha Wodin. Rowohlt, € 19,95

„Wenn Du gesehen hättest, was ich gesehen habe...“, diesen Satz sagte die Mutter Natascha Wodins, die aus der ukrainischen Hafenstadt Mariupol stammte, immer wieder. Im Internet, auf Spurensuche nach dem Leben ihrer Mutter und dem Geheimnis, von dem diese immer umgeben war, stößt Wodin mit Hilfe eines ukrainischen Genealogie-Experten auf unerwartet auftauchende Dokumente und Fotos ihrer weitverzweigten Familie. Sie entdeckt adlige Wurzeln und erfährt, wie die Mitglieder der Familie vor der Revolution in großzügigen Verhältnissen lebten und in den Katastrophen des 20. Jahrhunderts zu Zeugen und zu Opfern wurden. Mit besonderer Anteilnahme liest man die Tagebuchaufzeichnungen der Schwester von Wodins Mutter, welche nach Sibirien in ein Lager verbannt wurde. Die Katastrophe im Leben der Mutter begann, als sie von den Nationalsozialisten deportiert und Zwangsarbeiterin beim Flick-Konzern in der Nähe von Leipzig wurde, wo sie ihren ebenfalls zwangsdeportierten Mann kennenlernte.

Im Mittelpunkt des letzten Teils des Buches steht die Kindheit der Autorin: Nach dem Ende des Krieges konnten die Eltern nicht in die Ukraine zurückkehren, lebten in verschiedenen Lagern und fühlten sich von der deutschen Nachkriegsgesellschaft ausgegrenzt. Ihre schweigsame Mutter begeht mit 36 Jahren Selbstmord. Ein autobiographischer Bericht mit fiktionalen und dokumentarischen Bezügen, aus großer Nähe erzählt, berührend und einfühlsam, für den Natascha Wodin zu Recht mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde.

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Auswahl & Texte von Ragna Lüders, Sinje Hansen, Anneliese Runge, Eva Jakobeit, Claire Erasmy, Sarah Janke, Henner Haß und Thomas Bleitner


Tel. 040 40 57 27 - Fax 040 490 53 29 - Mail: info@buchhandlunglueders.de 
www.buchhandlunglueders.de

Buchhandlung & Antiquariat Lüders  Heußweg 33  20255 Hamburg

 

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